U E B E R   M I C H

>>Ideen kommen, Spuren bleiben, um wieder zu verwehen.

Das einzig Beständige in unserem Dasein scheint der Wandel.<<

(Gabriele Musebrink, Malerin, Essen)

Biografie

 

 

  • geboren 1964 in Sondershausen/Thüringen
  • zwölfjährige Schulausbildung,1983 Abitur
  • Studium "Psychologie" an der Universität Dresden,
  • Abschluss als "Diplompsychologin", in dieser Zeit erste intensive Kontakte mit der Aquarellmalerei
  • Therapeutische Ausbildungen in Klinischer Verhaltenstherapie, klinischer Hypnose und Kathathym-Imaginativer Psychotherapie
  • Klinischer Hypnose
  • Systemischer Berater (SG)
  • 1999 Erlangung der Approbation als Psychologische Psychotherapeutin
  • Zur Zeit tätig als Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin an einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik
  • Freiberufliche künstlerische Tätigkeit sowie Kursleitertätigkeit in Malerei, Stressbewältigung, Zeitmanagement und kreativem Stricken im eigenen Atelier
  • drei Kinder (geb. 1988, 2002 und 2003)

 

Künstlerische Vita

 

intensivere Beschäftigung mit Malerei und Zeichnung seit 1990

 

Ausbildungen und Kurse u.a. bei:

Bernhard Vogel (Salzburg)

Wilhelm Fikisz (Schöftland, Schweiz)

Gabriele Musebrink (Essen)

Gerhard Almbauer (Graz, Österreich)

 

Strickdesign (Vielfarbenstricken, Fair Isle, keltische Motive, dänische Double-Face-Technik)

 

Mal- und Kulturreisen

u.a. nach Venedig, Irland, Nordjütland/Dänemark, Kurische Nehrung/Litauen, Schottland, Wales, Andalusien, mehrfache Malreisen an die deutsche Nord- und Ostseeküste

 

Mitglied im Kunstwestthüringer e.V. seit 2005

Mitglied der Deutschen Aquarellgesellschaft (DAG) seit 2017

 

Künstlerische Techniken:

experimentelle Strukturen auf der Basis von Marmormehl, Sumpfkalk und Haftputzgips

Collagen und Materialbilder

Acryl und Acrylmischtechniken

Aquarell

Öl

Kohle und Kreide, Tusche

Papierschöpfen (ab 2017)

Handsticken

 

 

Was wäre, wenn du schliefst?

Und was, wenn Du im Schlafe träumtest?

Und was, wenn Du im Traum zum Himmel gingest

und da eine wundersame schöne Blume pflücktest?

Und was, wenn du erwachtest

und hieltest diese Blume in der Hand?

Was dann?

 

(Samuel Taylor Coleridge)

 

 

Gedanken zu meiner Kunst

 

Wenn man mich fragt, was ich zu Papier und auf die Leinwand bringe, antworte ich gewöhnlich: „Nur die Dinge, die ich selbst gesehen, erlebt und mit allen Sinnen erfahren habe, kann ich auch (er-)malen“.

 

Besonders ziehen mich das scheinbar Schlichte und Unscheinbare an – und immer wieder Bäume. Sie sind für mich die Metapher für unsere und unserer Erde Stärke und Zuversicht, aber auch Verletzbarkeit und Gefährdung.

 

Auslöser für eine Skizze, Zeichnung oder ein Bild sind äußere und innere Reize, sehr oft auch die völlig stillen und unspektakulären Eindrücke, ein Kontrast, eine Stimmung, einfach nur eine Farbe oder etwas völlig anderes … Andere würden beim Anblick meiner „Motive“ vielleicht häufig sagen: „was gibt es hier zu malen – hier gibt es doch gar nichts …“

 

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, wie wichtig es ist, still zu sein, zu spüren, in mich hinein zu spüren, Stimmungen und Spuren der Landschaft und in mir aufzunehmen. Die Verarbeitung auf dem Malgrund ist dann nur der letzte Schritt, die Wahl der Technik, Farben und Materialien erfolgt intuitiv in dem Vertrauen, dass das Richtige zur richtigen Zeit passiert – oder eben auch nicht.

 

Ich habe norddeutsche Wurzeln, dies bedingt die vermutlich lebenslange Liebe zu schlichten und gleichzeitig dramatischen Landschaften, in denen der Horizont die entscheidende Rolle spielt.

Meine Landschaften sind in den letzten Jahren stiller geworden, weniger „farbig“, gleichwohl ist mein zentrales Thema in der Landschaftsmalerei die Reduktion und Abstraktion, es geht um leise oder sehr mächtige Farbklänge und darum, die Formensprache der Landschaft behutsam in eine farbliche Komposition zu bringen.

Farbe ist für mich wie Musik: beide sind unvergänglich, unsterblich, beide wollen zum Leben erweckt werden. Farbe, Licht und Leben gehören zusammen.

 

Die in den Materialbildern entstehenden Strukturen, Risse, Schrunden, Wunden, Verwerfungen, Schichtungen passieren im Wesentlichen ohne mein Zutun. Das zentrale Thema ist Vertrauen, immer wieder Vertrauen, dass es keinen richtigen oder falschen Weg gibt, sondern nur den eigenen Weg. Ich habe erfahren (müssen), wie es ist, auf sich selbst zurückgeworfen zu werden.

Der Beginn einer solchen Arbeit geschieht aus mir heraus, es gibt vorab keine konkrete Gestaltungsabsicht. Die Inspirationen dazu kommen meist aus der Natur – dies wird mir aber oft erst im Entstehungsprozess klar. Dieser kann sich über Wochen und Monate hinziehen – oder es geht ganz schnell.

Die Entwicklung eines solchen Bildes ist nicht oder nur sehr bedingt kontrollier- und planbar. Ich kann vermuten, wie sich die Oberfläche entwickeln könnte, wo die Struktur reißt – allein, ich weiß es nicht. Oft kommt alles ganz anders – das ist Leben pur!

„Dem Unvorhersehbaren auf der Spur“ – dies heißt, im weiteren Prozess malerisch mit Farbauf- und -abträgen darauf einzugehen, was zuvor geschehen ist. Das ist wie im richtigen Leben – man tut etwas, was nicht immer kalkulierbar ist und muss die Konsequenzen tragen. Nicht meine persönlichen Vorstellungen zählen dann mehr, sondern das, was sich durch mich ausdrückt, sich zeigen will - und dann Gestalt annimmt. Nicht mehr und auch nicht weniger. 

Die entstehenden Strukturen sind räumlich, haptisch greifbar und erlebbar. Allerdings wehren sie sich, wenn sie zugemalt werden.

 

Meine Empfindungen im Arbeitsprozess hat Cézanne so beschrieben:

„Man hat noch nicht entdeckt, dass die Natur mehr in der Tiefe liegt als an der Oberfläche. Denn hören Sie, man kann die Oberfläche verändern, schmücken, herausputzen, aber man kann die Tiefe nicht berühren, ohne die Wahrheit zu berühren.“

 

Wieder anders ist das Arbeiten mit Fresko-Sumpfkalk, einem sehr alten und überaus edlem Ausgangsmaterial. Es ist ein feinstoffliches, hoch kristallines und energetisches Material.

 

Wann ist ein Bild für mich fertig? Das ist einfach und schwierig zugleich zu beantworten! Irgendwann im Malprozess entspanne ich körperlich – wenn mir nichts mehr einfällt, hat ein Bild für mich den Stand erreicht, wo es – gleich einem offenen Text – übergeben wird und sich dem Betrachter im Prozess des Schauens und Lesens vervollständigen kann.

Fertig im absoluten Sinne ist es damit wohl nicht – es gibt eigentlich kein „Fertig“. Es ist mehr ein Loslassen und ein sein-Lassen ...

 

Häufig bin ich überrascht und berührt zugleich von den Assoziationen und Interpretationen, die gerade ungegenständliche Bilder mit einer allenfalls vagen Landschaftsanmutung in anderen erzeugen.

 

"Ein starkes Empfinden für die Natur ist die notwendige Grundlage aller künstlerischer Gestaltung."

(Paul Cézanne)